Anlässlich der zweiten Einzelausstellung mit dem Titel "Emozoni" von Maximilian Kirmse in der Galerie Haverkampf wird der Katalog "Wasserklops" bei Floating Opera Press erscheinen. In diesem Katalog werden zu den Malereien und Zeichnungen des Künstlers ein Gedicht von Jan Koslowski und ein Essay von Fid. Fischer veröffentlicht. Hier ein kleiner Auszug aus dem Essay:

 

"Die Theorie der Wasserklopsigkeit kommt durch Fid. Fischer in einer intensiven Auseinandersetzung mit dem malerischen Werk Max Kirmses im ersten Drittel des 21. Jahrhunderts auf; zu einem Zeitpunkt an dem sich die theoretischen Überlegungen zur Malerei entweder mit der ökonomischen Wertschöpfung innerhalb von kapitalistischen Marktmechanismen oder der zunehmenden Bedeutung der digitalen Bildwelt beschäftigen. Die andauernde Fassungslosigkeit darüber, dass der Malerei weiterhin in ihrer ganz ursprünglichen Form (Bildträger und Farbauftrag) Relevanz zugesprochen wird, verhilft ihr teilweise zu auratischer Bedeutung, teilweise zu Abwertung. Doch die direkte Begegnung mit ihren Inhalten und ihren Möglichkeiten marginalisieren sich zunehmend mit dem nicht enden wollenden, ängstlichen Referenzieren des Kunstkanons der klassischen Moderne. (...) 

Ein grundlegendes Charakteristikum der Wasserklopsigkeit ist etymologischer Natur. Die umgangssprachliche Zusammensetzung der Wörter "Wasser" und "Klops" bietet einen offensichtlichen Materialgegensatz an: Während Wasser ein flüssiges Element ist, kann ein Klops nur aus fester Masse geformt sein. Diese Überwindung des dualen Materialitätsverständnis ist auch bei Maximilian Kirmse festzustellen: Am Brunnen (2019) zeigt eine Ansicht des mit Wasser umspülten Wasserklops und löst Granit, Stahl und Wasser in ein fluffiges, malerisch getupftes Material auf. Die Zusammenlegung der verschiedenen Stofflichkeiten und die Einigung auf einen Zustand der Beschaffenheit setzt sich über eine physikalische Bestimmung hinweg und wird zu einer eigenen Welt."

 

Fid. Fischer 


On the occasion of the second solo exhibition entitled "Emozoni" by Maximilian Kirmse at Haverkampf Gallery, the catalog "Wasserklops" will be published by Floating Opera Press. This catalog will accompany the artist's paintings and drawings with a poem by Jan Koslowski and an essay by Fid. Fischer. Here is a short excerpt from the essay:


„The theory of Water-Klopsity was conceived by Fid. Fischer after an intensive examination of Max Kirmse’s painting practice. This analysis was conducted in the frst third of the 21st century, at a point in time when the theoretical study of painting was focused either on the economic creation of value within capitalist market mechanisms or on the growing importance of digital imagery. The ongoing disbelief that painting continues to be considered relevant in its very original form (painting surface and application of paint) leads either to an aura of signifcance in some cases or a devaluation in others. Direct encounters with its substance and possibilities are, however, increasingly marginalized by the never-ending, anxious referencing of the art canon of modernity. (…)

 

A fundamental characteristic of Water-Klopsity is of etymological nature. The colloquial German compound of ‘Wasser’ and ‘Klops’ is a clear material antithesis: While water is a fluid element, a ‘Klops’ can only be made from solid matter. This overcoming of a dual understanding of materiality  is also present in Max Kirmse’s work: Am Brunnen (2019) depicts the Water-Klops awash with water. The granite, steel, and water of the fountain are dissolved into fluffy, dappled brushstrokes. This amalgamation of disparate materials and agreement upon a single condition overrides a physical determination, creating an individual world.“

 

Fid. Fischer