DER MALER IST HELL : Stefan Hirsig


„… was, wenn Himmel und Hölle gar nichts entgegengesetztes sind, wenn beide gleichsam nur unterschiedliche Aggregatzustände sind, die gleichen Atome sich nur anders sammeln? Gedanken nur in andere Zusammenhänge geraten, Handlungen in andere Wege gelenkt werden. 

Was ist wenn Gut und Böse eine Richtung haben, die von vorne oder von hinten gesehen, unterschiedlich interpretierbar ist, was ist mit den Grauzonen? Mich interessieren die Zwischentöne, die Dinge die auf der Kippe stehen, die feinen Unterschiede. Die Frage steht im Raum, aber glauben sie mir, obwohl ich mir die Frage stelle, weiss ich dennoch genau, was ich für richtig halte und zum Maß meiner Handlungen erkläre.


Ich bin ein politisch denkender Künstler, ich bin ein sozial denkender Künstler, ich bin ein Künstler!  aber ich suche keine Form um dies auszudrücken. Ich will keine Geschichte erzählen und keine Untersuchung anstellen; ich lass mich von meinen Gedanken und dem Unterbewusstsein treiben und lenken. Eingebung führt mir die Hand. Hellsichtigkeit lässt mich zwischen Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft schreiten.


Mein Thema bin ich und du, und du und der und die und das Verhältnis zwischen allen. Dinge die nicht gesagt aber trotzdem ausgesprochen werden. 

Momente die, kaum wahrgenommen, im Zwischenraum stattfinden.  


Ich ziele darauf, Bilder zu erschaffen, die sprachliche Einordnungsschemata umgehen und direkt zum Unterbewußtsein vordringen.

In einem hellen Moment, fließt alles auf die Leinwand. Fragmente erscheinen mir, verschrenken, wachsen und verbiegen sich zu neuen Gefügen.


Es wird keine Geschichte erzählt, der Betrachter, so wie auch ich, muss die Figuration für sich interpretieren, muss erspüren, sollte fühlen worum es geht. Es ist alles da, von Humor, bis Ernsthaftigkeit, Liebe und Schönheit, Anziehung und Abstossung, Zartheit und Grobheit. Himmel und Hölle.“  - Stefan Hirsig



Stefan Hirsigs Bilder entziehen sich zuerst einer direkten inhaltlichen Einordnung. Sie sind angelegt in unser Unterbewusstsein vorzudringen und zeichnen sich durch psychologische Mehrfachebenen aus. Man könnte sagen, Analog zum Kubismus, der Objekte gleichzeitig aus verschiedenen Blickwinkeln darstellt, erscheinen bei Hirsig verschiedene Seins-Zustände in den Bildern simultan dargestellt. 

Philipp Haverkampf freut sich mit DER MALER IST HELL, Stefan Hirsig's dritte Einzelausstellung in der Galerie zu zeigen.



ENGLISH VERSION


“… what if heaven and hell are not antagonistic after all, if they are merely different aggregate states, so to speak, where the same atoms just gather in other ways? Where thoughts simply end up in other contexts and deeds are steered onto other paths.

What if good and evil follow one direction that is interpretable differently when seen from the front and from the back, what about the grey areas? I am interested in semi-tones, things that are on the brink, the fine nuances. The question is out in the open, but believe me, although I ask myself this question, I nonetheless know for sure what I consider to be right and declare to be the measure of my deeds. 

I am a politically thinking artist, I am a socially thinking artist, I am an artist! But I am not looking for a form to express this. I neither want to tell stories nor to undertake examinations; I am in the flow with my thoughts and subconscious and allow them to direct me. Inspiration guides my hand. Clairvoyance allows me to shift between present, past, and future. 


My topic is I and you, and you and him and her and the relation between everyone. Things that are not voiced but that are expressed nevertheless.
Moments that, barely being perceived, occur in the interstice.

I aim at creating images that skirt linguistic classification schemes and get straight to the subconscious. In a bright moment, everything flows onto the canvas. Fragments appear to me, interlock, grow, and bend into new structures.



No story is being told, the viewer, just like me, needs to interpret the figuration for himself, needs to sense, should feel what it is about. It is all there, from humor to seriousness, love, and beauty, attraction and repulsion, tenderness and roughness. Heaven and hell.” Stefan Hirsig 



The paintings by Stefan Hirsig at first withdraw from a direct classification of content. They are devised to enter our subconscious and are characterized by multiple psychological layers. One might say that, analogously to cubism which depicts objects simultaneously from several perspectives, different states of being appear synchronously in the paintings of Stefan Hirsig.

Philipp Haverkampf is pleased to present DER MALER IST HELL [THE PAINTER IS BRIGHT] as Stefan Hirsig’s third solo exhibition at the gallery.