Jedes Leben ist verdammt zum Handeln. Jedes Leben lebt in seiner Filterblase, die Begrenztheit unserer Sinne bestimmt die Wahrnehmung. Aus dieser formen wir unser Bild der Welt. Wir Menschen versuchen dieses Bild zu begreifen, aber auf der Suche nach dem Sinn, finden wir keine abschließende Gewissheit. 

Ohne Informationen ist keine sinnvolle zielgerichtet Handlung möglich. Informationen sammeln und verarbeiten zu können ist ein Überlebensvorteil. 


Wann wird A.I. nicht nur künstlich intelligent sein, sondern auf natürliche Weise ein intelligentes Verhalten an den Tag legen? Und wenn es soweit ist, wird diese neue Form der Intelligenz auch Eigenarten entwickeln, Langeweile kennen,  die Lust am Rausch, in der Lage sein Sinnloses zu tun und Grenzen zu überschreiten? 


Das Fenster war vor langen Zeiten ein Loch in der Wand, um für Belüftung und etwas Licht zu sorgen. Sie waren offen und lagen über Kopfhöhe. Fenster hatten vielfältige Formen und folgten noch keiner Symmetrie, sie wurden dort eingelassen, wo man sie benötigte. Um sich vor Wind und Kälte zu schützen, wurden die Öffnungen mit noch lichtundurchlässigen Materialien verschlossen. Die ersten Gläser waren noch nicht klar und rein. So färbte man dieses und setzte ein großes Ganzes aus Einzelteilen zusammen. So entstanden auch prächtige leuchtende Bilder für die Gottes- und Herrscherhäuser. Vom Licht durchdrungen, waren Sie Sinnbilder für höhere Mächte, das Göttliche, welches uns den Sinn des Lebens begreifbar machen sollte. 

Heute lieben wir große Fester, die das Innen und Außen verschmelzen lassen, klar und rein und zählen auf die  Wahrheit.


Pleitner wühlt in der Farbe, sucht jegliche Erzählung zu verschütten, sich den Regeln des Gewohnten zu entziehen und am  Ende doch anzukommen bei einem Kirchenfenster der nächsten Generation. Sie scheinen vom Licht durchdrungen, aber lassen keinen Ausblick zu, sind Fenster zu einem inneren Raum.



Philipp Haverkampf freut sich Jan Pleitner (*1984 in Oldenburg, lebt und arbeitet in Düsseldorf), nach erfolgreichen Ausstellungen in London, Dublin, Köln und Los Angeles, seine erste Einzelausstellung in Berlin in der Galerie Philipp Haverkampf auszurichten.



english version


Every life is doomed into action. Every life lives in its filter-bubble, the limitation of our senses determines the perception, and from this we form our picture of the world. We humans try to comprehend this image, but in search for meaning, we cannot find absolute certainty. Without information, no meaningful purposeful action is possible. Being able to collect and process information is a survival benefit.


When will A.I. not only be artificial intelligence, but a natural way of displaying intelligent behaviour? And when this time comes, will this new form of intelligence develop its own characteristics, know boredom, the pleasure of intoxication, be able to be frivolous and to cross boundaries?


The window was long ago a hole in the wall to provide for ventilation and some light. They were open and lay above head height. Windows had a variety of shapes and did not follow any symmetry; they were inserted where they were needed. To protect against wind and cold, the openings were closed with opaque materials. The first glass windows were initially not clear and pure. They were coloured and were composed of several individual sections. In this way, magnificent illuminated images were created for the deities of God and rulers. Imbued with light, they were symbols for the higher powers, the divine, in order to help us understand the meaning of life.

Today, we love large-scale windows that fuse the inside and outside together: clear and pure and counting on the truth.


Pleitner rummages in colour, strives to shed any narrative, to escape the rules of the familiar, and finally to arrive at a church window of the next generation. They seem to be steeped with light, but do not allow a view through, they are windows to an inner space.



Philipp Haverkampf is pleased to present Jan Pleitner (*1984 in Oldenburg, lives and works in Düsseldorf), after successful exhibitions in London, Dublin, Cologne and Los Angeles, his first solo exhibition in Berlin, at Philipp Haverkampf Gallery.