Eine Mäusemutter zählte jeden Tag ihre Kinder, und ab dem fünften zählte sie viele und war zufrieden. 

Künstler stellen ihre Kunstwerke emotional häufig in Analogie mit leiblichen Kindern, die man loslassen und ins Leben ziehen lassen muss. Während des Arbeitsprozesses steht man in einer engen symbiotischen Beziehung, formt das Bild und reagiert auf die sich ergebenden Bedürfnisse des wachsenden Dinges da. Aber versucht man die perfekte Mutter zu sein, entgleiten einem die Dinge auch leicht, ersticken in der Suche nach dem perfekten Sein  - Loslassen, Fehler akzeptieren, eine hinreichend guter Mensch sein. Eichner zählt abends seine Bilder …


Auf der Suche nach dem endgültigen Bild, dessen Zustand einen Stop des Malens erzwingen würde, ist das Kriterium 'hinreichend gut' das Signal das Eichner aktuell gelten lässt sich aus dem Prozess zu verabschieden und das Bild, Bild sein zu lassen, mit seinen Stärken, aber auch seinen Makeln. 


So geht man an manchen Tagen abends eben ins Bett und ist gescheitert, und dann kommt einer neuer Tag und gut ist dieser, wenn man sich das Scheitern erlaubt und am Ende doch alles wächst. Das Malen ist immer nur Annäherung und wir, die wir jeden Tag ein Stück weit andere sind, nehmen auch immer wieder neue Ziele ins Visier.


Die Bilder sollen einem menschlichen Maß entsprechen, ein Gefühl verhandeln, einen Zustand einfangen oder einen Gedanken verfolgen und sich dabei verlieren, aber am Ende haben alle eine gute Zeit, die Mutter, der Betrachter, die Mäuse. 


 

Philipp Haverkampf freut sich Marcel Eichner (*1977 in Siegburg, lebt und arbeitet in Berlin), nach seiner letzen Ausstellung in Berlin im Jahr 2014 bei Contemporary Fine Arts, und nach inzwischen drei erfolgreichen Ausstellungen bei McKee und James Fuentes in New York, nun seine erste Einzelausstellung in der Galerie Philipp Haverkampf auszurichten.



english version


A mother mouse counted her children every day and after the fifth she counted many and was satisfied.

  

Artists often place their works emotionally in analogy with living, breathing children who must be relinquished and let go into the world. During the work process, one is in a close symbiotic relationship, shaping the image and responding to the resulting needs of the growing thing. But if you try to be the perfect mother, it also easily slips away, stifled in the search for perfection - letting go, accepting mistakes, and being a sufficiently good person. Eichner counts his pictures in the evening ...

  

In the search for the definitive image, the status of which, would force a stop of further painting, the criterion is 'sufficiently good' to signal that Eichner currently accepts from the process to farewell and to leave the painting, as a painting, with its strengths, and its flaws.

  

So one goes to bed on some evenings and feels washed up, and then comes a new day and it’s good again, if one accepts the failures and in the end, everything continues to grows. Painting is always an approximation, and we, who everyday grow to be a little different, will always continue to take new goals into our sight.

  

The paintings are meant to correspond to a human dimension, to negotiate a feeling, to capture a state, to pursue a thought and through it, to lose itself, but in the end all have a good time, the mother, the viewer and the mice.


 

Philipp Haverkampf is pleased to stage Marcel Eichner's (*1977 in Siegburg, lives and works in Berlin), first show with the gallery, after his last show in Berlin with Contemporary Fine Arts in 2014 and three successful shows with McKee Gallery and James Fuentes in New York in the meantime.