Es ist eine einfache Gleichung, je größer und unüberschaubarer eine potentielle Gefahr ist, desto nötiger ist ein Erlöser. 

So bietet es sich an, die Gefahr um der Gefahr Willen heraufzubeschwören. Potentielle Gefahr steht als Taktgeber der 

Gesellschaft vor. Dunkle Wolken am Himmel zu produzieren, Verunsicherung zu schüren zahlt sich aus, um allerlei Profit 

zu erheischen. 

In den Meeren treibt der Plastikmüll, an Land treibt das Gedankengut und von allem gibt es aktuell exponentiell (zu) viel.

Die natürlichen Feinde der Jäger-Sammler-Umgebung für die wir optimiert sind, sind heute nicht mehr klar identifizierbar, 

das System ist komplex und unübersichtlich geworden. 

Für uns gilt aber immer noch, ein unfreundliches Gesicht fällt uns schneller auf, als ein freundliches, das Böse erscheint 

stärker als das Gute, also präsentiert man sich heute mit Vorliebe als Gangster; Symbole der Unterwelt werden zu 

modischen Accessoires und die Blicke sind aus Eis. Abschreckung wird zum Zeitgeist, Erschrecken zur politischen Methode. 

Die Populisten wettern gegen die Obrigkeiten und versprechen den Bürgern die Freiheit von allen empfundenen Zumutungen.


In der Kunst geht es nicht um Lösungen, sondern um das Herausarbeiten von Problemen, an denen sich eine Fülle von Ideen 

entzünden können, immer und immer wieder Vitalität in der Gegenwart zu erzeugen. 


In der Philosophie hat Platon hat ein Gedankenspiel angestellt. In seiner„Politeia“ beschreibt er wie Demokratien, an dem

Verlangen ihrer Bürger nach immer mehr Freiheit, scheitern können. Doch wenn am Ende die Freiheit des einen nur noch zulasten 

der Freiheit des anderen erweitert werden kann, überspannt sich das System und führt, in seinem Szenario, zur Wahl eines neuen 

Volkstribun, der die alte Ordnung zerschlägt und am Ende das Volk wieder in die Unfreiheit für alle führt.


Hirsig ist fasziniert von diesen Gegensätzen, den plötzlichen Wendungen des Lebens, im Großen wie im Kleinen. Die Liebe birgt auch

Gefahr in sich. Die Gefahr selber, trägt auch positive Aspekte in sich, denn das Zerstörerische hat eben immer den schöpferischen

Gegenpart. Dies spiegelt sich in der Malweise von Hirsig’s vitalen und vor Energie strotzenden Bilder wider.  

Die verdeckt auftauchenden Protagonisten, sind lebendig in ihrem Ringen mit den Widrigkeiten und Überraschungen des Lebens. 

Die Erfahrung, dass es nicht nicht nur die eine gültige Wahrheit gibt, dass ein Charakter dunkle und helle Seiten hat, dass eine Figur 

im Bild lustvoll oder gemartert erscheinen kann, sind hier nicht Raum der Interpretation, sondern der Spiegel der Lebens. Wir aber, 

unserer Natur nach, sind immer mit dem Wunsch behaftet, an eine Wahrheit glauben zu dürfen. Lassen uns verwirren von der Vielfalt

der feilgebotenen Meinungen, die das Leben vereinfachen sollen und es am Ende im Überfluss doch nur zerstören.



Philipp Haverkampf freut sich Stefan Hirsig, geboren 1966 in Berlin, lebt und arbeitet in Berlin, 

seine zweite Einzelausstellung in der Galerie auszurichten. 



//english version 


It is a simple equation, the bigger and incalculable a potential Danger gets, the more neccesary a savior is. 

Therefor it makes sense, to evoke Danger for the sake of Danger. 

Potential danger is the designated leader, an impulse generator of society. Let storm clouds gather, to fuel 

uncertainty, this pays back, benefits lure in various ways.

Plastic waste floats in the oceans, radical ideas drift on shore and currently of both there is far too much around.


The natural enemies of the hunter-gatherers environment, for which we have been optimized, are not clearly 

to identify, the system became complex and chaotic. But it applies to all of us, we easily take notice of an

unfriendly face, while the friendly drowns in the commonness; the evil seems to be stronger than the good,

therefor one preferably shows up as a gangster; symbols of the criminal underworld do mutate to fashionable 

accessories: and don't forget to wear your evil eyes.

Deterrent is the new zeitgeist, fright a political method. Populists rail against the authorities

and promise to release them from unreasonabel impositions.


Art doesn't offer solutions, it is about carving out difficulties and troubles. This process bears the birth of new ideas

in itself, stimulating our presence by creating vigor again and again.


Platon has mad the following thoughts, in his text „Politeia“, he describes how democracies collapse, because of the 

continuing desire for more freedom. But when the freedom of one's person, only can be expended to the expenses 

of the other, unbalances are caused and Plato draws a scenario, in which the people vote for a new leader, who 

destroys the old order and finally causes unfreedom for everyone.


Hirsig is fascinated by these contradictions, the sudden turns of life, the major as well as the minor aspects.

Love bears danger in itself. The danger itself, bears a positive aspect, the destructive needs a productive counterpart. These

principles are reflected in Hirsig's way of painting and lead him to his vital and energetic canvases.


The disguised protagonists in these works, are alive in their struggle to cope with adversity and other surprises of life.

The experience, that there is not just one genuine truth, that nature and mankind have dark and bright aspects; that a figure 

in these paintings can occur full of joy or swamped in agony, are here not a question of interpretation, they reflect life.


But we, following our nature, do have the desire to believe in a genuine truth, to make our life’s more easy. One gets confused

by the many voices and does follow the one who easily wipes away the others, as fakes!



Philipp Haverkampf is pleased to announce the second exhibition with Stefan Hirsig at the gallery. Hirsig lives and works in Berlin.