Zu Beginn ist das Feuer, unbändige Energie, es bilden sich die Charaktere und werden vorgestellt.


Verwandlungen, Magie und märchenhafte Fähigkeiten, bereichern das Leben und gebären Helden, so wird die Ausstellungsfläche zur Traumwelt, die Galerie zur Bühne, werden die Räume von szenischen Anordnungen durchzogen. 


Wir treffen auf den Charakter Wurm. Der ist an sich eine einfache Lebensform, schlauchartig ohne Extremitäten zur Fortbewegung fähig, Muskel und Verdauungsorgan, warum eigentlich mehr sein? Um nicht vom Vogel gefressen zu werden und ein Telefon bedienen zu können? Wäre er doch nur eine Raupe, könnte sich verpuppen, zum Schmetterling entfalten und davonfliegen, wie es im Raum gegenüber der Butterfly versucht, er lupft die Arme, aber er kommt nicht vom Fleck, tragisch, aber elegant. 


Das Tragische der Figuren liegt wohl auch in der Wahl des Materials. Der Widerspruch der einfachen Materialien, schön und ewig sein zu wollen. 

Das Geschenkpapier wird seiner Nebenrolle enthoben und betritt nun selbst die Bühne. Aber es ist nicht fein drapiert und gefaltet, es ist die knautschige Hülle eines neuen Wesens, eine Figur in einer denkbar einfachen Form - wir treffen wieder auf den Wurm, der sich aufgerichtet hat, das Stadium des Kriechens hinter sich zu lassen. Einen Willen entwickelt hat, sich aufzumachen und endlich ein Follower zu werden.


Eigenschaftsarm bleiben die Charaktere. Ihnen wird kein tieferer Ausdruck eingeschrieben. So begegnen wir rätselhaften Wesen, einsamen Protagonisten, die von der Bühne herabgestiegen, den Bühnenraum kreuzen, zwischen den Bildern an den Wänden herumwandern. 

Plakativ gemalte Bilder, die jeweils Momente der Verwandlung zeigen. 

Erzählung, Zyklus, Tragik, Anfang und Ende und dazwischen windet sich das Leben.



Philipp Haverkampf freut sich Okka-Esther Hungerbühler (*1988 in Bonn, lebt und arbeitet in Berlin), ihre erste Einzelausstellung in der Galerie Philipp Haverkampf auszurichten.


Trailer zur Ausstellung von Okka-Esther Hungerbühler https://vimeo.com/242974461



english version


At the beginning, it is the fire, the overwhelming energy, the characters are developing and introduced.


Transformation, magic and fantastic abilities, life is enriched and heroes are born. The exhibition space transforms into a dream world, the gallery becomes a stage, various rooms pervaded by scenic displays. 


We are met with the worm character. He is a simple form of life, tubular, without limbs but the ability to move.


Muscle, alimentary organ, is there any reason to be more? Just to not be eaten by a bird or to have the ability to handle a phone? Could he only be a caterpillar, able to transform into the butterfly and fly away?  Like the opposing sculpture in she gently lifts their arms, but is never getting off the ground, tragic, but elegant.


The tragedy of these sculptures lies in the choice of the chosen materials, in the contradiction of the simple mediums and their desire to be beautiful and eternal.


The wrapping paper is uplifted from it's everyday humility  and steps onto the center of the stage. But it is not prettily draped and folded, it is the crumbled shell of a new creature, a being of a supposable simple form in which

we meet the worm again, erected,  leaving the stage of creeping behind. He developed a will, to stand up and to be a follower at last.


The protagonists stay poor of characteristics, no deeper expression is inscribed. Therefore we are met with enigmatic creatures, lonely characters, which descended from the stage, crossing the rooms and wander between arranged paintings. Strikingly painted moments of metamorphosis

Narration, cycle, tragedy, beginning and the end. In between meanders life.



Philipp Haverkampf is pleased to present the first solo exhibition of Okka-Esther Hungerbühler (*1988 in Bonn, lives and works in Berlin), at Philipp Haverkampf Gallery.